Sibylle Dordel
LE Noir et LA Rouge
die schräge Sehnsucht des Bandoneon
Sie, die Frau im Morgenmantel aus roter Seide, hat in vielen großen Häusern gespielt. Man kannte sie, die Kritiker hatten immer wieder ihre künstlerische Bandbreite gelobt. Das ist eine Weile her...
Jetzt kann sie nicht schlafen, ihre Rollen verfolgen sie, sind Gift und Lebenselixier zugleich.
Akkordeonklänge vor ihrem Haus. Ein Straßenmusikant. Ob sie ihm auch das Bandoneon anvertrauen kann, das seit Jahren, seit damals, niemand angerührt hat? Ob er darauf einen Tango spielen kann, so, wie sie ihn früher gehört hat? Sie lädt ihn zu sich ein.
Mit Texten von Dordel, Kästner, Kaléko, Mossmann, Neruda, Prévert, Rilke, Shakespeare
Musik: Christan Horn - Akkordeon, Bandoneon, Kontrabass
Regie: Dagmar Thole
Homepage: www.sibylledordel.de
Sibylle Dordel,
arbeitete viel über Frauen, die es schwierig hatten, neben ihren männlichen Partnern zu bestehen (F. Kahlo, C. Schumann). Aktuell steht die Frage der Schuld im Vordergrund. 2024 spielte sie in München in der Auschwitz-Oper ‚Die Passagierin‘ (Weinberg) das stumme Double der ehemaligen Aufseherin Lisa.
Die (engl.) Presse schrieb:
„Die Darstellung der ‚alten Lisa‘ durch Sibylle M. Dordel wird zu Recht für ihre stille Kraftgelobt. Es gelingt ihr, allein durch die Präzision ihrer Gestik und die Ausdruckskraft ihres Körpers eine seltene emotionale Intensität zu vermitteln. Ihr Spiel veranschaulicht perfekt, wie die Bühnenpräsenz den Text übertreffen und zum Herzstück eines Werks werden kann, wodurch jede Bewegung für den Zuschauer ‚herzzerreißend‘ wird.“
Wiederaufnahme: April/Mai 2026 de Nationale Opera Amsterdam
Zur Zeit nicht im Spielplan
